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Die unten wiedergegebenen Pressestimmen zeigen wir in ihrer Gesamtheit, mit Ausnahme dort, wo wir es anzeigen (...). Hier haben wir Kürzungen vorgenommen, da der Text sich nicht auf Vocalis bezieht, Teile des Programmheftes oder unsere eigenen Werbetexte abgedruckt wurden.

Taunuszeitung/Neue Presse 16.10.02
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Westerwälder Zeitung 1.12.98

Jubelnde Frölhichkeit und stille Andacht
Frankfurter Kammerchor "Vocalis" brachte in der Basilika den Advent zum Klingen — ... "Vocalis", der Frankfurter Kammerchor unter der Leitung von Robin Doveton, schloß die Konzertreihe des Marienstätter Musikkreises und überbrachte seinem Publikum jene andächtige Stimmung, die die Adventszeit so behaglich macht.
Von Nicole Leonhardt
MARIENSTATT. Nie sind die Menschen so offen für festliche Besinnung wie am Ende eines Jahres. Markus Melchiori aus Westerburg tat ein Gleiches mit seinem beeindruckenden Interludium an der Orgel. Introvertierte Freude wie expressive Fröhlichkeit beherrschen die Weihnachtszeit. Just diese Stimmungen in Musik festzuhalten, ist das Bestreben vieler Komponisten unterschiedlicher Nationen, die "Vocalis" für dieses Konzert sorgsam auswählte.
   Den Schwerpunkt legt der Kammerchor auf Kompositionen der Renaissance: zu Beginn das achtstimmige "Magnificat quarti toni" von Sebastian de Heredia, das besonders durch den komplizierten Rhythmuswechsel hervorsticht, und – dominiert von südländischer Vitalität – das Stück "¡Hombres, victoria!" von Francisco Guerrero.
   Im starken Kontrast zu dieser "feurigen" Freude scheint "Quid petis, o fili?" von Pygott geradezu andächtig, ruhig und bestimmt durch subtile kompositorische Nuancen. Die wechselnden Charaktere der Stücke sind auf der Ebene der Intonation ein Leichtes für den Chor, einzig die Verständlichkeit des Textes verschwindet im Schatten der Musikalität, die dank der ausgezeichneten Akustik des alten Kirchengemäuers alle Publikumsohren erreicht. An der Orgel...
   Beinahe zahm wirken dagegen die Chor-Arrangements von Robin Doveton: "We three kings of Orient are" unisono, ein Lullaby von 1600, nicht einschläfernd, aber besänftigend, und - beinahe zum Mitsummen – die beiden letzten Stücke "In dulci jubilo" sowie "Les anges".
Mit einer poppigen Swing Version des Klassikers "Jingle bells" schließen die Frankfurter ihr Programm. Sie haben sämtliche Facetten des weihnachtlichen Zaubers singbar gemacht und so manchen Ohrwurm geweckt, der sicher in den kommenden Wochen unser Weggefährte sein wird.

Frankfurter Rundschau 18.12.97

Ein einheitlicher, transparenter Wohlklang

"Vocalis” und der Internationale Oberurseler Kinderchor gastierten in der Dreikönigskirche
Von Volker Schmidt

SACHSENHAUSEN. Zwischen all den Adventssingen, -andachten und -konzerten mit mehr oder minder begabten Musikanten, Vortragenden und Programmen blitzte in der Sachsenhäuser Dreikönigskirche ein Juwel vorweihnachtlicher Stimmung: "A Festival of 9 Lessons & Carols", eine sprachlich und musikalisch vielfarbige Angelegenheit mit dem Chor "Vocalis", dem "Internationalen Oberurseler Kinderchor" und dem Organisten Terence Charlston.
   Die Originalfassung des "Festes der neun Lesungen und Weihnachtslieder" wird alljahrlich am Heiligabend im King’s College in Cambridge als Gottesdienst gefeiert. Die neun Lesungen erzählen die biblische Geschichte der Menschheit vom Sündenfall bis zur Geburt des Erlösers und erfolgen in sechs verschiedenen Sprachen —  in der Dreikonigskirche neben Englisch (einmal in der britischen, einmal in der amerikanischen Variante), Deutsch, Französisch und Altgriechisch auch Holländisch und Philippinisch. Die Liturgie, die vor etwa 70 Jahren vom Dekan des Colleges geschrieben wurde, ist durch Rundfunkubertragungen aller Welt bekannt.
Festliche Stimmung
   Auch "Vocalis" und der Kinderchor legten Wert auf Gottesdienst Atmosphäre, wenn der Abend auch ohne Priester auskam: einige der Weihnachtslieder sollten von den Zuhörem mitgesungen werden, die das auch, ungeachtet der Korrektheit ihrer deutschen, englischen oder lateinischen Aussprache, taten und sich dazu brav von den Bänken erhoben. Die festliche Stimmung angelsächsischer Prägung wurde spürbar — freudiger als das kontinentale Weihnachtsfest, dramatischer und von selbstverständlicher Alltagsfrömmigkeit erfüllt.
   Zur beeindruckenden Atmosphäre, die vom gotischen Stil der Dreikönigskirche noch unterstrichen wurde, trug auch die hohe musikalische Qualität der Vortragenden bei: Das Ensemble "Vocalis", ein Kammerchor mit ausgesuchten, solistisch geschulten Stimmen, hat sich seit seiner Gründung durch den Leiter Robin Doveton im Jahre 1991 zu einer Konstanten vor allem in der authentischen Aufführung von Renaissance und Frühbarockmusik entwickelt. Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert, von Doveton oder seinem Lehrer David Willcocks arrangierte Weihnachtslieder sowie "A Hymn of Nativity" vom zeitgenössischen Komponisten Kenneth Leighton gehörten zur Auswahl für das "Festival"...
   Mit einem gesungenen "Blessing", dem Schlußsegen, beendeten "Vocalis" und Kinderchor das Konzert und entließen ihr Publikum in die verbleibende Vorweihnachtszeit. Dieses Publikum war übrigens genauso international wie die ganze Veranstaltung: In vielerlei Zungen tönten die Gespräche zwischen den Kirchenbänken und beim Auszug aus der Dreikönigskirche. Das Konzert wurde unterstützt vom "American Women’s Club of the Taunus".
Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.11.96

Swingende Beweglichkeit

Chor-Benefizkonzert im Funkhaus am Dornbusch
 
   ...Die Kultiviertheit englischer Chortradition vertrat das Frankfurter Vocalis Ensemble, dessen Leiter Robin Doveton früher Sänger im Chor des King’s College in Cambridge war. Die Werke von William Byrd bis Ralph Vaughan Williams und zwei von Doveton bearbeitete Volkslieder zeigten klare Stimmführung und Homogenität... SIEGLINDE CHWASTEK

Main Spitze RHEIN MAIN PRESSE 23.6.93

"Amen" wie eine Perle

Chor "Vocalis” gastierte in Flörsheims Galluskirche
Von unserer Mitarbeiterin
GERTRUD NOTH-GREIS
 
Vokalmusik, formvollendet und perfekt arrangiert zelebrierte am Sonntagnachmittag der international besetzte Frankfurter Chor "Vocalis" unter der Leitung seines Gründers Robin Doveton. Sechs Jahrhunderte a-capella-Chormusik ließen die Musiker nicht im geringsten alt aussehen, im Gegenteil: Die Freude am Gesang durchdrang die gesamte Darbietung, überzeugte die Besucher in der Flörsheimer Galluskirche, ein Konzert von allerhöchster Qualität gehört zu haben. Die einmalige Akustik der Barockkirche trüg ein übriges dazu bei, daß die Chorwerke aus längst vergangenen Zeiten lebendig wurden, daß faszinierende Bilder einer kompositorisch einmaligen Schaffenskraft gemalt wurden.
   Die nicht alltägliche Vorstellung von "Vocalis" war gespickt mit Höhepunkten and Glanzlichtern der geistlichen und weltlichen Chormusik. Zu keinem Zeitpunkt des Konzertes ließen die Musiker den Hauch eines Zweifels aufkommen, auch nur einen Ton daneben zu singen, oder nur einen Takt den Einsatz zu verpassen. Die ausgezeichnete Harmonie spiegelte sich wieder im nahezu blinden Verständnis der einzelnen Tonlagen, in der Sicherheit der Darbietungen sowie in der glänzenden Ausgewogenheit.
   "Sumer is icumen in" — dem berühmten englischen Rota entnommen — lautete das Motto des Konzerts, in dem neben Motetten zur Oster- and Pfingstzeit, auch Madrigale des 16. und 17. Jahrhunderts interpretiert wurden.
Den kunstvoll gestalteten Motetten der geistlichen Kompositionen war der erste Teil gewidmet. Durchzogen von der österlichen Freude förderte der Chor ein enormes Stimmvolumen zutage. In der feierlichen Pfingsthymne Guillaume Dufays "Veni Sancte Spiritus” glänzten die klaren Stimmen in ihren Dialogen ebenso wie in Christopher Tyes "Omnes gentes, plaudite". Dieser großartig arrangierte Choral bestach in seinen ausformulierten Duetten. Natürlich durfte auch eine Komposition Orlando di Lassos nicht fehlen: "Christus resurgens" beschrieb den Ostermorgen: zunächst getragen zurückhaltend, dann die Freude über die Auferstehung vermittelnd.
   Den Abschluß des sakralen Themas bildete das sechsstimmige, "Carmen Paschale", einem Werk des zeitgenössischen britischen Komponisten William Mathias (1934-1992). In perfekt arrangierten Crescendi wächst das österliche Geschehen zu einem jubelnden Halleluja; wie Perlen tropfte das "Amen" in das Kirchenschiff.
   Die Reise durch die Tonmalereieri der Madrigale begann mit einer anonymen Komposition aus dem 13. Jahrhundert. Der Kanon "Sumer is icumen in" demonstrierte in klarer Stimmenführung Fröhlichkeit und Unbeschwertheit.
   Die starken und vielschichtigen Ausdrucksformen der Madrigale wurden exzellent dargestellt an Werken englischer, niederländischer und italienischer Komponisten. Die zehnstimmige Ballade "Sir Patrick Spens" von Robert Pearsall (1795-1856) stellte in beeindruckender Weise das Potential der 19 Chormitglieder unter Beweis. Gelungen und frech die Zugabe: Adriano Banchieris "Contrapunto Bestiale alla Mente", die "Vocalis” in das Reich der Tiere versetzte.

Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.3.93

Klanglich transparent
"Vocalis" im Kaiserdom

   Sängerische Homogenität reduziert sich bei Vokalensembles mitunter auf lediglich gestalterisches Gleichmaß. Chöre, deren kunstlerischer Zusammenhalt sich in klanglich und charakterlich zueinander passenden Stimmen dokumentiert, sind nicht gerade im Übermaß anzutreffen. Ein Beispiel gehobener Gesangskultur konnte man kürzlich beim Auftntt von "Vocalis" unter der Leitung von Robin Doveton nachhaltig erleben. Auf einer ansprechenden ästhetischen Grundlage zelebrierte das Ensemble im Kaiserdom St. Bartholomäus mit englischer Chormusik des 16. bis 20. Jahrhunderts beeindruckende Beispiele sensibler Musiziertugenden.
   In klanglich transparenter Kammerbesetzung angetreten, imponierten die Akteure nämlich durch sprachlich beispiellose Präzision, eine hinreißend synchrone, klare Linienführung in allen Registern sowie eine verblüffend reich schattierte Dynamik, die auch durch Stimmenaddition und -wegnahme erzeugt wurde. Darüber hinaus forderte Robin Doveton von seinen Sängern, stilverbunden und reflektiert zu musizieren.
   Ein Anspruch, dem das Ensemble in beeindruckender Manier nachkam und die Werke der englischen Meister durchweg authentisch, dem damaligen Geschmack entsprechend präsentierte. Exemplarisch sei die Gestaltung der Periodenschlüsse genannt. Diese wurden in Henry Purcells "Lord, how long wilt thou be angry?" ausgehend von den Einzelstimmen intoniert. Im romantischen "Eternal Father" von Charles Villiers Stanford dominierte dann die gesamtklangliche, harmonische Sichtweise.
   Robin Doveton hat ein Ensemble geformt, das Qualität und verinnerlichtes Selbstverständnis widerspiegelt, was Strawinsky einmal über die Interpretation sagte: "Ein Weniger an übertriebener Klangfülle ist ein Mehr an vollkommenem, authentischem Klang. Und um den muß sich jeder Ausführende bemühen.” ROLAND NEUBERT